Glossar für breite Schuhe, Barfußschuhe und Fußgesundheit
Was bedeuten eigentlich Begriffe wie breite Zehenbox, Zero Drop, Stack Height und Pronation? Und worin liegt der Unterschied zwischen einem breiten Schuh und einem Barfußschuh?
Rund um Schuhe und Fußgesundheit gibt es viele Fachbegriffe – und manchmal werden dieselben Begriffe von verschiedenen Schuhherstellern unterschiedlich verwendet. In diesem Glossar erklären wir die wichtigsten Begriffe einfach und verständlich.
Bei Widetoes gehen wir vor allem von einem einfachen Grundsatz aus: Der Fuß und insbesondere die Zehen brauchen ausreichend Platz im Schuh. Deshalb konzentrieren wir uns auf Schuhe mit einer breiten, fußförmigen Zehenbox.
Wie dick, dünn, flexibel oder gedämpft die Sohle sein sollte, ist dagegen weniger eindeutig. Manche Menschen fühlen sich in sehr dünnen Barfußschuhen am wohlsten, während andere mehr Dämpfung benötigen oder bevorzugen.
Unsere Gründerin Lina Björkskog ist Physiotherapeutin. Unser Ziel ist es, uns an den anatomischen Gegebenheiten des Fußes, der verfügbaren Forschung und – nicht zuletzt – daran zu orientieren, was sich für die Person, die den Schuh trägt, tatsächlich angenehm anfühlt.
In diesem Glossar findest du deshalb Begriffe aus der Welt der Barfußschuhe, konventionellen Schuhe, Laufschuhe und Fußgesundheit.
Inhalt
Schuhe und Passform: Zehenbox · Breite Zehenbox · Fußförmige Zehenbox · Breite Schuhe · Barfußschuhe · Minimalistische Schuhe · Leisten · Passform · Fußvolumen · Hoher Spann · Fußlänge · Fußbreite · Innenmaße · Wachstums- und zusätzlicher Platz · Schuhweite
Die Sohle: Sprengung / Drop · Zero Drop · Stack Height · Dämpfung · Dünne Sohle · Flexible Sohle · Bodengefühl / Ground Feel · Toe Spring · Rocker-Sohle · Fersenkappe · Fußgewölbestütze
Der Fuß: Vorfuß · Mittelfuß · Fußgewölbe · Hallux · Zehenspreizung / Toe Splay · Senkfuß / Plattfuß · Hohes Fußgewölbe · Hallux valgus · Hallux rigidus · Schneiderballen · Hammerzehe · Plantarfaszie · Plantarfasziitis · Fersensporn · Metatarsalgie · Morton-Neurom · Achillessehne
Bewegung und Belastung: Pronation · Überpronation · Supination · Gangzyklus · Fersenaufsatz · Mittelfußaufsatz · Vorfußaufsatz · Propriozeption · Fußkraft · Umstieg auf Barfußschuhe
Schuhe und Passform
Zehenbox
Die Zehenbox ist der vordere Bereich des Schuhs, in dem sich die Zehen befinden.
Die Breite und Form der Zehenbox bestimmen, wie viel Platz die Zehen haben. Viele konventionelle Schuhe werden nach vorne schmaler, obwohl der Fuß im Bereich des Vorfußes und der Zehen häufig am breitesten ist.
Eine geräumigere Zehenbox gibt den Zehen mehr Platz und verringert den Druck, durch den sie im Schuh zusammengedrückt werden.
Breite Zehenbox
Eine breite Zehenbox bedeutet, dass der Schuh im vorderen Bereich besonders viel Platz für die Zehen bietet.
Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass der gesamte Schuh breit ist. Ein gut passender Schuh kann an Ferse und Mittelfuß relativ eng anliegen und den Zehen trotzdem viel Platz bieten.
Das ist ein wichtiger Unterschied zu vielen konventionellen Schuhen, die einfach als „Wide“ oder „weit“ angeboten werden.
Fußförmige Zehenbox
Eine fußförmige Zehenbox orientiert sich stärker an der natürlichen Form des Fußes als die spitz zulaufende Form vieler konventioneller Schuhe.
Typischerweise verjüngt sich der Schuh weder an der Großzehe noch an der Kleinzehe stark. Stattdessen haben die Zehen mehr Platz, um in einer natürlichen Position nebeneinander zu liegen.
Eine fußförmige Zehenbox bedeutet nicht automatisch, dass es sich um einen Barfußschuh handelt.
Breite Schuhe
Der Begriff „breite Schuhe“ kann unterschiedliche Dinge bedeuten.
Ein konventionelles Schuhmodell kann beispielsweise auf einem breiteren Leisten hergestellt und als „Wide“ oder „Extra Wide“ verkauft werden. Dabei wird häufig der gesamte Schuh breiter.
Bei Widetoes konzentrieren wir uns vor allem auf Schuhe, die ausreichend Platz für Vorfuß und Zehen bieten – unabhängig davon, wie der Hersteller die Weite bezeichnet.
Barfußschuhe
Barfußschuhe sind Schuhe, die dem Fuß trotz des Tragens eines Schuhs möglichst viel Bewegungsfreiheit ermöglichen sollen.
Typische Merkmale sind eine breite, fußförmige Zehenbox, eine dünne und flexible Sohle, eine geringe Stack Height und Zero Drop. Die Idee dahinter ist, dass sich der Fuß möglichst ähnlich bewegen und verhalten kann wie beim Barfußgehen, während der Schuh den Fuß vor dem Untergrund schützt. Wenn du problemlos längere Strecken barfuß gehen kannst, ohne Beschwerden zu bekommen, können sich Barfußschuhe für dich sehr natürlich anfühlen.
Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass Barfußschuhe für jeden die beste Wahl sind. Manche Menschen lieben das Gefühl einer sehr dünnen Sohle, während andere mehr Dämpfung bevorzugen.
Für uns ist deshalb eine breite Zehenbox nicht gleichbedeutend mit einem Barfußschuh. Eine breite, fußförmige Zehenbox lässt sich auch mit einer stärker gedämpften Sohle kombinieren.
Minimalistische Schuhe
Minimalistische Schuhe sind ein weiter gefasster Begriff für Schuhe mit weniger Struktur, Unterstützung und Dämpfung als konventionelle Schuhe.
Ein minimalistischer Schuh kann hinsichtlich seiner Eigenschaften zwischen einem klassischen Barfußschuh und einem normalen Schuh liegen.
Es gibt keine allgemein anerkannte Grenze dafür, ab wann ein Schuh als minimalistisch gilt.
Leisten
Der Leisten ist die dreidimensionale Form, auf deren Grundlage ein Schuh konstruiert und gefertigt wird.
Er beeinflusst unter anderem die Breite und Form des Schuhs, die Zehenbox, den Fersenbereich und das gesamte Schuhvolumen.
Zwei Schuhe in exakt derselben Größe können deshalb völlig unterschiedlich passen, wenn sie auf unterschiedlichen Leisten gefertigt wurden.
Passform
Bei der Passform geht es um weit mehr als nur um die Schuhgröße.
Länge, Breite, Form und Volumen des Fußes sowie die Höhe des Spanns beeinflussen, wie ein Schuh sitzt.
Deshalb kann derselbe Schuh einer Person perfekt passen und einer anderen schlecht, obwohl beide normalerweise dieselbe Schuhgröße tragen.
Fußvolumen
Das Fußvolumen beschreibt, wie viel dreidimensionalen Raum der Fuß einnimmt.
Zwei Menschen können exakt dieselbe Fußlänge und Fußbreite haben und trotzdem unterschiedliche Schuhe benötigen, weil einer der Füße höher oder insgesamt voluminöser ist.
Ein einzelnes Breitenmaß reicht deshalb nicht immer aus, um zu beurteilen, ob ein Schuh gut passen wird.
Hoher Spann
Menschen mit einem hohen Spann benötigen häufig mehr Platz über dem Fuß.
Ein hoher Spann ist nicht dasselbe wie ein hohes Fußgewölbe. Beides kann gemeinsam auftreten, muss es aber nicht.
Fußlänge
Die Fußlänge wird von der Ferse bis zur Spitze des längsten Zehs gemessen.
Die Großzehe ist nicht bei jedem Menschen der längste Zeh. Deshalb sollte immer die gesamte Fußlänge gemessen werden.
Am besten misst du beide Füße, da Größenunterschiede zwischen dem linken und rechten Fuß sehr häufig sind.
Fußbreite
Die Fußbreite wird normalerweise an der breitesten Stelle des Fußes gemessen, häufig im Bereich des Vorfußes.
Ein einzelnes Breitenmaß erzählt jedoch nicht die ganze Geschichte. Auch die Zehenform, das Fußvolumen und die Form des Schuhs beeinflussen die Passform.
Innenmaße
Die Innenmaße beschreiben den verfügbaren Platz im Inneren des Schuhs.
Dabei kann es sowohl um die Innenlänge als auch um die Innenbreite gehen.
Der Innenraum des Schuhs muss größer sein als der Fuß selbst, da sich der Fuß unter Belastung verlängert und beim Gehen zusätzlichen Platz benötigt.
Wachstumsraum und zusätzlicher Platz
Kinder benötigen vor den Zehen zusätzlichen Platz, damit sich der Fuß bewegen kann und genügend Raum für das Wachstum vorhanden ist.
Auch Erwachsene benötigen etwas zusätzlichen Platz vor den Zehen. Der Fuß verlängert sich unter Belastung und verändert dabei seine Form.
Wie viel zusätzlicher Platz sinnvoll ist, hängt vom Schuh, seinem Einsatzzweck und der jeweiligen Person ab.
Schuhweite: D, E, EE, 2E und 4E
Einige Schuhhersteller verwenden Buchstaben oder Buchstaben-Zahlen-Kombinationen, um die Schuhweite anzugeben.
Bei Laufschuhen werden beispielsweise häufig Bezeichnungen wie D, 2E und 4E für unterschiedliche Weiten verwendet.
Das Problem ist, dass diese Systeme zwischen verschiedenen Marken nicht vollständig standardisiert sind. Ein „Wide“-Schuh einer Marke kann deshalb völlig anders passen als ein „Wide“-Schuh einer anderen Marke.
Die Sohle
Sprengung / Drop
Die Sprengung, im Englischen meist als heel-to-toe drop oder kurz Drop bezeichnet, beschreibt den Höhenunterschied zwischen Ferse und Vorfuß.
Ist die Sohle beispielsweise unter der Ferse 20 mm und unter dem Vorfuß 12 mm hoch, hat der Schuh eine Sprengung von 8 mm.
Konventionelle Laufschuhe haben häufig eine deutliche Sprengung, während Barfußschuhe normalerweise 0 mm Drop haben. Bei Schuhen mit hohen Absätzen ist die Sprengung entsprechend sehr groß.
Zero Drop
Zero Drop bedeutet, dass Ferse und Vorfuß im Schuh auf derselben Höhe stehen.
Ein Schuh kann Zero Drop haben und trotzdem eine dicke Sohle besitzen. Zero Drop bedeutet also nicht automatisch, dass die Sohle dünn ist oder dass es sich um einen Barfußschuh handelt.
Stack Height / Sohlenhöhe
Die Stack Height beschreibt, wie viel Material sich zwischen dem Fuß und dem Boden befindet.
Eine niedrige Stack Height bedeutet eine dünnere Sohle. Bei einer hohen Stack Height befindet sich mehr Material unter dem Fuß.
Stack Height und Drop sollten nicht miteinander verwechselt werden. Ein Schuh kann beispielsweise eine 30 mm hohe Sohle haben und trotzdem Zero Drop sein.
Dämpfung
Unter Dämpfung versteht man Materialien und Konstruktionen, die die Belastung zwischen Fuß und Untergrund abfedern und verteilen.
Wie viel Dämpfung angenehm ist, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Auch der Untergrund und die jeweilige Aktivität spielen eine wichtige Rolle.
Ein breiter, fußförmiger Schuh muss deshalb keine dünne Sohle haben. Für viele Menschen kann die Kombination aus breiter Zehenbox und moderater Dämpfung eine sehr gute Lösung sein.
Dünne Sohle
Eine dünne Sohle bedeutet, dass sich relativ wenig Material zwischen dem Fuß und dem Boden befindet.
Dadurch lässt sich der Untergrund deutlicher wahrnehmen. Dünne Sohlen sind ein typisches Merkmal von Barfußschuhen. Je dünner und flexibler die Sohle ist, desto freier kann sich der Fuß bewegen und desto mehr müssen die Fußmuskeln arbeiten – ähnlich wie beim Barfußgehen.
Eine dünne Sohle ist jedoch keine Voraussetzung dafür, dass ein Schuh eine gute und geräumige Zehenbox hat.
Flexible Sohle
Eine flexible Sohle lässt sich relativ leicht biegen und verdrehen.
Dadurch schränkt der Schuh die Bewegungen des Fußes weniger ein.
Barfußschuhe sind in der Regel sehr flexibel, während konventionelle Schuhe deutlich steifer sein können.
Bodengefühl / Ground Feel
Bodengefühl oder Ground Feel beschreibt ganz einfach, wie deutlich du den Untergrund durch den Schuh spürst.
Eine dünne und flexible Sohle bietet normalerweise mehr Bodengefühl. Eine dickere und stärker gedämpfte Sohle bietet weniger.
Toe Spring
Toe Spring bezeichnet die nach oben gebogene Form des vorderen Schuhbereichs. Dadurch liegen die Zehen höher als der restliche Vorfuß, wenn der Schuh auf einer ebenen Fläche steht.
Viele konventionelle Schuhe haben einen deutlichen Toe Spring. Dieser kann das Abrollen des Schuhs erleichtern, kann die Zehen bei ständigem Gebrauch aber auch in einer angehobenen Position halten und ihnen weniger Gelegenheit geben, sich natürlich zu bewegen.
Barfußschuhe haben normalerweise weniger Toe Spring, da ihre Sohlen dünner und flexibler sind.
Rocker-Sohle
Eine Rocker-Sohle hat eine abgerundete Sohlengeometrie, die das Abrollen nach vorne während des Schrittes erleichtert.
Diese Konstruktion wird häufig bei Schuhen mit dickeren und steiferen Sohlen verwendet.
Damit ist sie in gewisser Weise fast das Gegenteil des Prinzips eines sehr dünnen und flexiblen Barfußschuhs. Unterschiedliche Konstruktionen können jedoch für unterschiedliche Menschen und Einsatzzwecke sinnvoll sein.
Fersenkappe
Die Fersenkappe ist der Bereich des Schuhs, der die Ferse umschließt und stabilisiert.
Sie kann sehr steif oder sehr weich und flexibel sein.
Barfußschuhe haben häufig eine weiche Fersenkappe, während konventionelle Schuhe im Fersenbereich meist stärker strukturiert sind.
Fußgewölbestütze
Eine Fußgewölbestütze ist eine erhöhte Struktur im Schuh oder in der Einlegesohle, die das Fußgewölbe von unten unterstützt.
Konventionelle Schuhe und orthopädische Einlagen können eine deutliche Fußgewölbestütze haben. Barfußschuhe haben normalerweise nur wenig oder gar keine solche Unterstützung. Wird der Fuß belastet, senkt sich das Fußgewölbe natürlicherweise etwas ab und richtet sich anschließend wieder auf. Dadurch kann der Fuß Belastungen aufnehmen und verteilen. Eine starke Fußgewölbestütze kann diese natürliche Bewegung einschränken und dazu führen, dass die körpereigenen Strukturen des Fußes weniger arbeiten müssen.
Wie viel Unterstützung eine Person benötigt oder bevorzugt, ist individuell unterschiedlich.
Fußanatomie und häufige Fußbeschwerden
Vorfuß
Der Vorfuß ist der vordere Bereich des Fußes und umfasst unter anderem die Mittelfußknochen und die Zehen.
In diesem Bereich wird der Unterschied zwischen einem konventionell geformten Schuh und einem Schuh mit breiter Zehenbox häufig besonders deutlich.
Mittelfuß
Der Mittelfuß liegt zwischen Vorfuß und Ferse.
Eine Person kann beispielsweise einen breiten Vorfuß, aber einen schmalen Mittelfuß haben. Das beeinflusst, welche Schuhe gut passen.
Fußgewölbe
Die Fußgewölbe werden aus Knochen, Bändern und Muskeln gebildet, die gemeinsam für Stabilität, Beweglichkeit und die Aufnahme von Belastungen sorgen. Der Fuß besitzt drei wesentliche Gewölbe: das mediale und laterale Längsgewölbe sowie das vordere Quergewölbe.
Am deutlichsten sichtbar ist meist das mediale Längsgewölbe an der Innenseite des Fußes.
Die Höhe des Fußgewölbes unterscheidet sich von Mensch zu Mensch und variiert ganz natürlich.
Hallux
Hallux ist die anatomische Bezeichnung für die Großzehe.
Die Großzehe spielt beim Gehen eine wichtige Rolle, insbesondere während der Abstoßphase des Schrittes.
Zehenspreizung / Toe Splay
Toe Splay beschreibt, wie sich die Zehen voneinander weg auffächern beziehungsweise spreizen.
Eine breite, fußförmige Zehenbox bietet den Zehen mehr Raum zur natürlichen Spreizung als ein Schuh, der sich nach vorne stark verjüngt.
Senkfuß / Plattfuß
Bei einem Senk- oder Plattfuß ist das Längsgewölbe des Fußes niedrig oder senkt sich unter Belastung deutlich ab.
Das ist nicht automatisch ein Problem. Viele Menschen haben ein niedriges Fußgewölbe, ohne Schmerzen oder andere Beschwerden zu haben.
In manchen Fällen kann das Fußgewölbe ausgeprägter und stabiler werden, wenn die Fußmuskulatur kräftiger wird und die Strukturen des Fußes besser unterstützen kann.
Hohes Fußgewölbe
Bei einem hohen Fußgewölbe ist das Längsgewölbe des Fußes stärker ausgeprägt. Ein hohes Fußgewölbe kann manchmal mit einer erhöhten Steifigkeit der Muskeln und Strukturen des Fußes verbunden sein, wodurch sich der Fuß unter Belastung weniger gut anpassen kann.
Wie ein niedrigeres Fußgewölbe ist auch ein hohes Fußgewölbe nicht automatisch ein Problem.
Hallux valgus
Beim Hallux valgus neigt sich die Großzehe in Richtung der anderen Zehen, während sich gleichzeitig die Position des Großzehengrundgelenks verändert.
Dadurch kann an der Innenseite des Fußes ein deutlich sichtbarer Ballen entstehen.
Schuhe mit einer schmalen oder spitz zulaufenden Zehenbox können Druck auf diesen Bereich ausüben und unangenehm sein. Eine geräumige Zehenbox kann deshalb für Menschen mit Hallux valgus besonders wichtig sein.
Hallux rigidus
Hallux rigidus bezeichnet eine eingeschränkte Beweglichkeit des Großzehengrundgelenks, häufig als Folge einer Arthrose.
Da sich die Großzehe beim Abstoßen normalerweise nach oben bewegt, kann die eingeschränkte Beweglichkeit beim Gehen Beschwerden verursachen. Für manche Menschen kann eine stärker gedämpfte und/oder steifere Sohle angenehmer sein, da sie Belastung und Bewegung im Großzehengrundgelenk reduziert.
Schneiderballen / Tailor's Bunion
Ein Schneiderballen, auch Bunionette genannt, ist eine Vorwölbung am Grundgelenk der Kleinzehe an der Außenseite des Fußes.
Er ähnelt in mancher Hinsicht einem Hallux valgus, befindet sich jedoch auf der gegenüberliegenden Seite des Fußes.
Ein Schuh, der im Vorfußbereich zu schmal ist, kann unangenehmen Druck auf diese Stelle ausüben. Eine geräumige Zehenbox kann deshalb bei einem Schneiderballen besonders wichtig sein.
Hammerzehe
Bei einer Hammerzehe ist eine oder sind mehrere der kleineren Zehen an einem oder mehreren Gelenken gebeugt.
Dadurch kann die Zehe gegen das Obermaterial oder die Sohle des Schuhs drücken.
Eine geräumige Zehenbox mit ausreichend Breite und Höhe kann den Druck auf die Zehen verringern und ihnen in manchen Fällen mehr Raum geben, sich wieder zu strecken.
Plantarfaszie
Die Plantarfaszie ist ein kräftiges Band aus Bindegewebe, das an der Unterseite des Fußes von der Ferse in Richtung Vorfuß verläuft.
Sie unterstützt die Struktur des Fußes und spielt beim Gehen und Laufen eine wichtige Rolle.
Plantarfasziitis / plantarer Fersenschmerz
Plantarfasziitis ist eine häufig verwendete Bezeichnung für Schmerzen im Bereich des Ansatzes der Plantarfaszie an der Ferse.
Fersenschmerzen können unterschiedliche Ursachen haben, und die Behandlung sollte individuell angepasst werden.
Deshalb gibt es keinen einzelnen Schuhtyp, der für alle Menschen mit Fersenschmerzen automatisch die richtige Lösung ist.
In einer akuten Phase kann zusätzliche Dämpfung unter der Ferse helfen, die Belastung zu reduzieren und Beschwerden zu lindern. Langfristig kann ein schrittweise aufgebautes Krafttraining für Fuß und Wade die Belastbarkeit der beteiligten Gewebe verbessern. Für manche Menschen können Barfußschuhe eine Möglichkeit sein, die Eigenarbeit des Fußes schrittweise zu erhöhen. Der Übergang sollte jedoch langsam und individuell erfolgen.
Fersensporn
Ein Fersensporn ist ein knöcherner Auswuchs am Fersenbein, der auf einem Röntgenbild sichtbar sein kann.
Fersensporn und Fersenschmerz sind nicht dasselbe. Ein Fersensporn kann ohne Schmerzen vorhanden sein, und Fersenschmerzen können auch ohne Fersensporn auftreten.
Metatarsalgie
Metatarsalgie ist ein Sammelbegriff für Schmerzen im Vorfuß, typischerweise im Bereich der Mittelfußköpfchen.
Der Begriff beschreibt daher eher die Stelle des Schmerzes als eine einzelne spezifische Diagnose.
Morton-Neurom
Das Morton-Neurom bezeichnet eine Reizung und Verdickung des Gewebes um einen Nerv im Vorfuß, häufig zwischen der dritten und vierten Zehe.
Enge Schuhe können den Druck im Vorfuß erhöhen und die Beschwerden verstärken. Ausreichend Platz im Vorfuß kann deshalb besonders wichtig sein.
Achillessehne
Die Achillessehne ist die große Sehne, die die Wadenmuskulatur mit dem Fersenbein verbindet.
Die Belastung von Wade und Achillessehne wird unter anderem durch unsere Geh- und Laufbewegung sowie durch die Konstruktion des Schuhs beeinflusst.
Wer über lange Zeit Schuhe mit einer größeren Sprengung getragen hat, kann sich in der Wadenmuskulatur und Achillessehne an diese Position angepasst haben. Der Wechsel von Schuhen mit höherer Sprengung zu Zero-Drop-Schuhen verändert die Belastung dieser Strukturen und kann deshalb eine schrittweise Eingewöhnung erfordern.
Bewegung und Belastung
Pronation
Pronation ist eine natürliche Bewegung des Fußes, bei der sich der Fuß unter Belastung unter anderem leicht nach innen bewegt.
Jeder Mensch proniert in einem gewissen Maß. Pronation ist daher nicht grundsätzlich ein Fehler, der korrigiert werden muss.
Überpronation
Der Begriff Überpronation wird verwendet, wenn sich der Fuß stärker nach innen bewegt, als es als typisch angesehen wird. Der Begriff wird in der Schuh- und Laufbranche häufig verwendet, doch der Zusammenhang zwischen Pronation, Schuhwahl und Verletzungen ist komplexer, als früher angenommen wurde.
Bei manchen Menschen kann ein Krafttraining für Fuß und Unterschenkel die Stabilität und Bewegungskontrolle verbessern. Kräftigere Muskeln können das Fußgewölbe besser unterstützen und dabei helfen, die Einwärtsbewegung des Fußes zu kontrollieren. Pronation ist jedoch ein natürlicher Bestandteil des Gangzyklus und muss nicht korrigiert werden, wenn sie keine Beschwerden verursacht.
Supination
Supination bezeichnet die entgegengesetzte Bewegung zur Pronation, bei der sich die Belastung stärker auf die Außenseite des Fußes verlagert.
Kraft, Beweglichkeit und Kontrolle der Muskeln und Gelenke von Fuß und Unterschenkel können diese Bewegung beeinflussen. Wie die Pronation ist auch die Supination ein natürlicher Bestandteil der Fußbewegung und nicht automatisch problematisch.
Gangzyklus
Der Gangzyklus beschreibt den Bewegungsablauf von dem Moment, in dem ein Fuß den Boden berührt, bis derselbe Fuß erneut Bodenkontakt hat.
Bei einem normalen Schritt landet der Fuß, übernimmt das Körpergewicht, der Körper bewegt sich über den Fuß nach vorne und schließlich stößt sich der Fuß vom Boden ab.
Fersenaufsatz / Heel Strike
Beim Fersenaufsatz ist die Ferse der erste Teil des Fußes, der den Boden berührt.
Das ist beim Gehen üblich und kommt auch bei vielen Läufern vor.
Mittelfußaufsatz / Midfoot Strike
Beim Mittelfußaufsatz landet der Fuß relativ flach, sodass Mittelfuß und Ferse ungefähr gleichzeitig belastet werden.
Der Begriff wird hauptsächlich im Zusammenhang mit Lauftechnik verwendet.
Vorfußaufsatz / Forefoot Strike
Beim Vorfußaufsatz berührt der Vorfuß den Boden vor der Ferse.
Diese Art des Fußaufsatzes kommt beim Laufen und insbesondere beim schnellen Laufen und Sprinten vor.
Es gibt kein einzelnes Fußaufsatzmuster, das automatisch für jeden Läufer am besten ist. Ein Vorfußaufsatz kommt jedoch häufig bei Läufern vor, die sich intensiv mit ihrer Lauftechnik beschäftigen.
Propriozeption
Propriozeption ist die Fähigkeit des Körpers, die Position und Bewegung einzelner Körperteile wahrzunehmen, ohne sie ansehen zu müssen.
Das Nervensystem erhält kontinuierlich Informationen unter anderem aus Muskeln, Gelenken und der Haut.
Durch eine dünnere Sohle lässt sich der Untergrund deutlicher wahrnehmen, wodurch die Wahrnehmung der Füße und ihres Kontakts mit dem Boden stärker in den Vordergrund treten kann. Propriozeption ist jedoch ein wesentlich umfassenderes biologisches System als nur der Kontakt zwischen Fuß und Untergrund.
Fußkraft
Der Fuß enthält zahlreiche kleine Muskeln und arbeitet außerdem mit größeren Muskeln des Unterschenkels zusammen.
Wie bei anderen Muskeln des Körpers können sich Kraft und Belastbarkeit je nachdem verändern, wie die Muskeln genutzt und trainiert werden.
Schuhe sind einer von vielen Faktoren, die beeinflussen, wie die Füße belastet werden.
Umstieg auf Barfußschuhe
Wenn du über lange Zeit konventionelle Schuhe mit viel Dämpfung und einer höheren Sprengung getragen hast, kann der Wechsel zu Barfußschuhen eine erhebliche Veränderung darstellen.
Muskeln, Sehnen und andere Gewebe werden anders belastet. Deshalb ist es sinnvoll, sich schrittweise daran zu gewöhnen, anstatt sofort alle Spaziergänge und Laufeinheiten auf sehr dünne Zero-Drop-Schuhe umzustellen.
Wie schnell die Umstellung erfolgen kann, ist von Person zu Person unterschiedlich.
Breite Zehenbox oder Barfußschuh – was ist die richtige Wahl?
Das ist vielleicht der wichtigste Unterschied in diesem gesamten Glossar:
Ein Schuh mit breiter Zehenbox muss kein Barfußschuh sein.
Ein Barfußschuh kombiniert normalerweise eine breite, fußförmige Zehenbox mit einer dünnen Sohle, hoher Flexibilität und Zero Drop.
Es ist aber genauso möglich, einen Schuh mit breiter, fußförmiger Zehenbox, Zero oder Low Drop und deutlich mehr Dämpfung zu konstruieren.
Für viele Menschen ist die Zehenbox der wichtigste Ausgangspunkt. Die Zehen sollten ausreichend Platz haben und nicht zusammengedrückt werden. Danach können Sohlenstärke, Dämpfung, Flexibilität und Sprengung danach ausgewählt werden, was sich für den eigenen Körper und die jeweilige Aktivität gut anfühlt und funktioniert.
Manche Menschen lieben das Gefühl eines extrem dünnen Barfußschuhs. Andere möchten eine breite Zehenbox, aber deutlich mehr Dämpfung, wenn sie einen ganzen Tag auf Asphalt oder anderen harten Untergründen unterwegs sind. Viele verwenden je nach Situation unterschiedliche Schuhe.
Es muss nicht den einen Schuhtyp geben, der für alle Menschen und jede Situation „richtig“ ist.
Bei Widetoes findest du deshalb sowohl klassische Barfußschuhe als auch stärker gedämpfte Schuhe mit breiter, fußförmiger Zehenbox. Gemeinsam haben sie vor allem eines: Der Fuß – und insbesondere die Zehen – soll ausreichend Platz haben.

